017 – Experiment Körperhaltung

von | 1. Februar 2026

Heute möchte ich Dich gerne zu einem kleinen Experiment einladen.
Schließe dazu, wenn Du magst, gerne Deine Augen oder lasse sie geöffnet, ganz wie es sich für Dich stimmiger anfühlt.

Check-In

Zuallererst lade ich Dich zu einem kurzen Check-In ein, indem Du Dich fragst, wie es Dir gerade geht.
Welche Körperempfindungen sind gerade spürbar? Welche Gefühle nimmst Du wahr? Welche Gedanken sind präsent?
Und welche inneren Bilder empfängst Du in diesem Moment?
Du kannst also jetzt einmal wahrnehmen, was sich gerade zeigt, ohne etwas damit tun zu müssen – einfach, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Du im Moment da bist.

Experiment zu Deiner Körperhaltung

Und dann lass uns, wenn Du möchtest, mit dem Experiment beginnen.
Sieh es als eine Möglichkeit für Dich etwas auszuprobieren, um neugierig zu erforschen, wie sich unterschiedliche Körperhaltungen auf Dich auswirken.

Körperhaltung 1 sympathikoton, übererregt

Ich lade Dich also jetzt ein, bewusst Deinen Körper anzuspannen.
Vielleicht möchtest Du Deine Hände zu Fäusten formen, Deine Arme anspannen, das Becken aktivieren, Dein Gesäß anspannen und Deine Beine kraftvoll und fest in den Boden drücken. Nimm dabei wahr, wie sich diese Spannung in Deinem Körper anspürt.
Vielleicht tauchen Gedanken auf, vielleicht eher Empfindungen oder Bilder? Oder gibt es vielleicht auch eine bestimmte Qualität in dem, was du bemerkst?

Und dann lass die Anspannung gerne wieder gehen.
Spüre nach, was sich verändert, und beobachte, ob sich dabei eher Sicherheit und Entspannung zeigen – oder ob eher das Gefühl da ist, wachsam sein zu müssen, irgendetwas tun zu müssen oder ob sich vielleicht auch ein Hauch von Wut meldet.

Wenn Du magst, gehe jetzt noch einmal in diese Körperhaltung und spanne Deinen Körper an.
Achte neugierig darauf, was diese Veränderung in Dir auslöst.
Du spannst also noch einmal an, vielleicht beißt Du die Zähne auch ein wenig zusammen oder kneifst die Augen leicht zu.
Welche Botschaften sendet Dir Dein Körper? Und wie verändert sich Dein Atem dabei? Hast Du dabei überhaupt weitergeatmet?

Dann lass gerne die Spannung ein weiteres Mal gehen und erlaube Deinem Körper weicher zu werden. Vielleicht möchtest Du Deine Arme ein wenig lockern und bewegen. Wenn es sich stimmig anfühlt, lehne Dich zurück, lass Deinen Blick weich werden und nimm wahr, was Dich umgibt.
Dann finde in Ruhe zurück in Deine eigene Körperhaltung.

Körperhaltung 2 dorsal, untererregt

Lass uns nun bewusst einen Wechsel vornehmen. Vorhin waren wir in einer aktivierenden, sympathikotonen Haltung.
Jetzt lass uns gemeinsam erkunden, wie es sich anfühlt und was sich in Deinem Erleben verändert, wenn der Körper in einen eher dorsalen Zustand wechselt.
Dazu lass Deinen Oberkörper kollabieren, den Kopf nach unten sinken und die Schultern nach vorne fallen, runde Deinen Rücken, eventuell schließen sich auch Deine Augen. Nimm also eine zusammengesunkene, ganz schlaffe und schlappe Haltung ein.
Beobachte auch hier, was sich in Deinen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen zeigt – und wie sich Dein Energielevel dabei verändert.
Keine Sorge – wir werden gleich wieder zurückgehen in Deine eigene Körperhaltung. Sieh es einfach als ein kurzes Experiment und beobachte neugierig.
Welches Bedürfnis zeigt sich vielleicht in Dir und was beginnst Du zu bemerken, wenn Du diese Körperhaltung bewusst erlebst?

Und dann löse Dich auch wieder, komm zurück aus dieser Haltung und öffne Deinen Körper, mach Dich weit im Brustraum.
Vielleicht möchtest Du Dich auch ein wenig recken und strecken, um wieder mehr Raum in Deinem Körper zu spüren.
Atme durch, richte Dich auf und spüre nach, wie sich diese Haltung für Dich angefühlt hat und ob Du Dich in dieser sicher und frei fühlen konntest.

Körperhaltung 3 ventral-vagal, in Balance

Um unser Experiment rund abzuschließen, lade ich Dich ein, nun eine Körperhaltung zu finden, die Dir Stabilität und Sicherheit schenkt – vertraue dabei ganz Deinem Körper, so wie es jetzt für Dich stimmig ist.
Vielleicht möchtest Du dabei aufrecht sitzen oder vielleicht stehst Du auch auf. Vielleicht lässt Du Deinen Blick sanft in die Weite gleiten oder Du schließt Deine Augen, vielleicht legst Du Deine Hände aufs Herz und lehnst Dich angenehm an.
Spüre intuitiv, welche Haltung Dir Stabilität und Sicherheit gibt, bleib ein bisschen in diesem Spüren und beobachte, was sich zeigt – in Deinen Gedanken, Deinen Gefühlen und in Deinem Körper.
Atme dabei bewusst und lass es auf Dich wirken.
Und damit darf das Experiment nun ausklingen.
Wenn Du möchtest, verweile gerne noch ein wenig in dieser Körperhaltung und erlaube Dir, Deine Stabilität, Deine Ruhe und Deine eigene Kraft bewusst wahrzunehmen.

Résumé

Ich finde es jedes Mal bemerkenswert, was sich bei diesem Experiment zeigt.
Vielleicht hast Du etwas Ähnliches erlebt, wie ich es oft bei meinen KlientInnen sehe.
Nämlich, dass durch die achtsame Zuwendung zu unserem Körper eine spürbare Selbstwirksamkeit entstehen kann, die Dich dabei unterstützt, alte Muster zu verlassen.
Wenn Du möchtest, lausche also künftig im Alltag mehr der Sprache Deines Körpers und beobachte, was Deine Körperhaltung Dir erzählt – möglichst ohne es zu bewerten, sondern indem Du wahrnimmst und einordnest, was sich zeigt.
Setze dabei Bewegung oder kleine Veränderungen Deiner Körperhaltung bewusst und sanft ein, um Dich in andere Zustände zu begleiten oder andere Zustände einzuleiten – Zustände, die Dir mehr Balance, Lebendigkeit und Sicherheit ermöglichen.
Und erkenne dabei Bewegung als ein wertvolles Instrument der Selbstregulation.

In diesem Sinne lade ich Dich herzlich ein, Dich Deinem Körper zuzuwenden und darüber die Kraft Deiner Selbstwirksamkeit zu entfalten.

Foto: iStockphoto