
013 – Körper und Stimme
Als Musikerin ist für mich Stimme und Gesang etwas ganz Besonderes.
In diesem Beitrag ist es mir daher ein großes Anliegen, erstmals einige Impulse zu diesem Thema mit Dir zu teilen.
Was ist das Besondere an unserer Stimme?
Unsere Stimme ist unser persönliches Instrument, ein an unsere Seele und unseren Körper gebundenes Ausdrucksmittel.
Sie gibt uns vielfältige Hinweise über unser Befinden und auch das von anderen Menschen. Wenn wir zum Beispiel mit einer Person telefonieren, die wir gut kennen, können wir in den Zwischentönen ganz viel heraushören, wie dieser Mensch gerade „gestimmt“ ist.
Die Stimme als das „Musikinstrument unserer Seele“ ist somit ein unmittelbarer und direkter Ausdruck unserer Emotionen und unseres Seins und eine wunderbare Möglichkeit, über sie mehr Zugang zu uns selbst zu bekommen.
Warum kann Singen so heilsam sein?
Vor allem das Singen einfacher Melodien, wie zum Beispiel Mantras, tragen nachweislich zu einer Vielzahl positiver körperlicher und psychischer Wirkungen bei.
Es geht dabei nicht um Leistung oder musikalische Perfektion, sondern um unser Wohlbefinden.
Singen vertieft und verlangsamt unsere Atmung, verlangsamt unsere Gehirnwellen und aktiviert unseren Parasympathikus, kann Herzkohärenz (ein Zustand der Synchronisierung von Körper-Rhythmen) induzieren, führt zur Ausschüttung von Glücks- und Bindungshormonen, stärkt unser Immunsystem und wirkt stressmindernd. Singen in Gruppen stärkt zudem unser Gemeinschaftsgefühl und unser Empfinden von Verbundenheit.
Mittlerweile ist der positive Einfluss von Singen auch klinisch untersucht und bestätigt.
Töne, Laute und Geräusche versetzen unsere Zellen in Schwingungen und beeinflussen unseren gesamten Körper, z.B. heilen Wunden schneller, wenn sie leichten Vibrationen ausgesetzt sind – ein Phänomen, das auch wissenschaftlich untersucht wird.
Wahrscheinlich kennst Du auch das beruhigende Schnurren von Katzen.
Unser Kater Nepomuk ist ein wahrer Meister in „Konzert-Lautstärke“. 😊
Ich möchte Dir hier gern ein ganz einfaches Mantra vorstellen, das für mich eine große Lebensweisheit beinhaltet.
Wenn Du möchtest, kannst Du dieses jederzeit für Dich alleine oder auch gemeinsam mit anderen Menschen singen.
Ong Namo Guru Dev Namo (Adi Mantra, Kundalini Yoga)
Dieses Mantra bedeutet im Wesentlichen „Ich verneige mich vor meiner inneren Weisheit, meinem inneren Lehrer“ und lehrt uns, in die eigene Intuition zu vertrauen und auf sie zu hören. Es erinnert Dich daran, an Deine eigene innere Weisheit zu glauben.
Ong ist eine aktive und vibrierende Art, das unendliche und allumfassende „Om“ auszusprechen.
Namo ist ein Ausdruck tiefen Respekts und der Hingabe und bedeutet „Ehrerbietung“ beziehungsweise „Ich verneige mich.“
Guru ist ein spiritueller Lehrer oder eine Erfahrung, die Dich lehrt.
Gu bedeutet Dunkelheit, Ru bedeutet Licht. Guru bedeutet: derjenige, der Dich von der Dunkelheit ins Licht bringt.
Dev ist eine verkürzte Art „Deva“ – also das Göttliche – auszusprechen.
Im Kontext dieses Mantras ist es das Adjektiv zum Wort Guru und beschreibt den Lehrer als göttlich.
Zur Inspiration findest Du hier eine von mir mit Begleitung gesungene Aufnahme dieses Mantras mit folgender Textfolge:
Ong Namo Guru Dev Namo
Ong Namo Guru Dev Namo
Guru Dev Guru Dev Guru Dev Namo
Guru Dev Guru Dev Guru Dev Namo
Ich lade Dich herzlich ein mitzusingen!
Ong Namo Guru Dev Namo
Nimm Dir gerne nach dem Singen einen Moment Zeit für Dich.
Wie geht es Dir gerade?
Wie bist Du jetzt gestimmt im Vergleich zu vorher?
Und was hat sich durch das Singen vielleicht verändert?
Wo in Deinem Körper schwingt Deine Stimme in Dir?
Und wie schwingt sie in Dir nach?
Beobachte gerne die Schwingung und Stimmung in Deinem Inneren.
Vielleicht nimmst Du innere Bilder, Farben oder Formen wahr, vielleicht ist es eher ein Gefühl.
Wenn Deine Augen geschlossen waren, öffne diese sanft wieder und bleib noch ein wenig in Kontakt mit Dir und Deiner Stimme.
Vielleicht möchtest Du Dir zum Abschluss auch noch eine Selbstberührung schenken, eine Hand auf Dein Herz legen oder Dich ein wenig selbst umarmen.
Schau einfach, was Dir jetzt gut tut.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Singen!
Foto: iStockphoto