011 – Pausen

von | 1. August 2025

Nachdem meine Sommerpause von 11. bis 31. August vor der Türe steht, auf die ich mich – auch wenn mich das, was ich jeden Tag tun darf, zutiefst erfüllt – sehr freue, möchte ich diesen Beitrag der Wichtigkeit von Pausen widmen.

Was ist eigentlich eine Pause und warum ist diese so essenziell?

Eine Pause bedeutet eine zeitlich begrenzte Unterbrechung eines Vorgangs oder einer Tätigkeit.
Pausen zu machen ist ein menschliches, in unserer Natur liegendes Grundbedürfnis, denn unser Körper braucht Ruhepausen, um sich von Belastungen zu erholen und zu regenerieren.
Alles in unserem Leben folgt einem biologischen Rhythmus und Zyklen von Aktivität und Passivität: Wir sind wach und wir schlafen, wir atmen ein und wir atmen aus, es gibt Anspannung und Entspannung, Kontraktion und Expansion.
Wird das natürliche Gleichgewicht dieser Rhythmen und Zyklen gestört, hat das oft nachhaltige Auswirkungen auf unsere Gesundheit.
Schon lange ist nachgewiesen, dass Pausen Stress reduzieren, unsere Energie steigern und auch effektives Arbeiten fördern.

Die Bedeutung von Pausen in unserer Leistungskultur

Wir leben in einer Leistungskultur und achtsame Pausen zu machen bzw. auf den eigenen Rhythmus zu hören, ist in unserer auf Effizienz und oft auch auf viel Arbeit ausgerichteten Gesellschaft nicht besonders angesehen.
Viele Menschen haben mittlerweile sogar das Gefühl, keine Zeit für Pausen zu haben.
Zudem spielen häufig auch Glaubenssätze oder Prägungen eine Rolle, die uns das Pause machen nicht so leicht machen.
Es braucht also eine bewusste Entscheidung, Unterbrechungen in unseren Alltag zu integrieren.

„Auch die Pause gehört zur Musik.“ (Stefan Zweig)

Für mich bedeutet eine Pause zu machen, innezuhalten und damit einen Raum zu schaffen, in dem ich – statt mich abzulenken – ohne übermäßige Reize präsent im Hier und Jetzt sein kann, um zu reflektieren und zu integrieren und so die Möglichkeit zu haben, achtsam mit meinen Bedürfnissen in Kontakt zu kommen.
Mit Blick auf unser Nervensystem ist in einem gestressten Zustand ein bewusstes und achtsames mit uns in Kontakt kommen gar nicht möglich.
Sind wir also dauerhaft ohne Pausen am „Leisten“ und „Funktionieren“ können wir unsere inneren und körperlichen Bedürfnisse nicht wahrnehmen und geraten dadurch in chronische Stress-Zustände, für die unser Körper bzw. unser Nervensystem biologisch nicht gemacht ist.
Denn auf einen Stressor zu reagieren, soll ja evolutionsbedingt eigentlich nur dazu dienen, eine akute Gefahr zu bewältigen, wie z.B. im Dschungel vor einem Tiger wegzulaufen.
Eine dauerhafte Überlastung unseres Nervensystems durch chronischen Stress führt dazu, dass nach zu langer Übererregung eine Art Not-Funktion in unserem Körper greift, nämlich in die Untererregung zu geraten. Damit landet man automatisch immer wieder in Phasen tiefer Erschöpfung.

Wenn wir es also gewohnt sind, permanent zu funktionieren und dann wieder in eine tiefe Erschöpfung zu fallen, geht es darum unseren eigenen Rhythmus wieder zu finden und ein Gefühl für Pausen zu entwickeln.

Vielleicht möchtest Du Dich an dieser Stelle einmal fragen:
Was verstehst Du unter einer Pause?
Welche Erfahrungen hast Du bisher mit Pausen gemacht?
Wie ist Dein Verhältnis zu Pausen, auch in Zusammenhang mit Leistung?
Fühlst Du Dich von außen oft unter Druck gesetzt?
Wenn Du an eine Pause denkst, verbindest Du das eher mit Belastung oder mit Freude?

Wie können wir „Pausen machen“ lernen und umsetzen?

Es braucht zuallererst Deine bewusste Entscheidung fürs „Pause machen“ und ein „zu Dir stehen“, indem Du Dich in der Gesellschaft und auch in Deinem Umfeld, das von Dir „Leisten“ und „Funktionieren“ gewohnt ist, entsprechend positionierst.

Sehr wohltuend kann sein, immer wieder und regelmäßig kleine Momente der Achtsamkeit zu gestalten und Dich zu fragen, wie es Dir gerade geht, was Du körperlich empfindest, welche Gefühle präsent sind, wie die Qualität Deiner Gedanken sind und was Dir jetzt in diesem Moment vielleicht gerade gut tun könnte.
Diese kleinen Mikro-Pausen können uns dabei unterstützen, uns selbst liebevoll zugewandt wieder mehr Zugang zu unseren Bedürfnissen und auch zu unserem eigenen natürlichen Rhythmus zu finden.

Es ist essenziell, Pausen bewusst einzuplanen und zu pflegen.
Regelmäßige kleine Unterbrechungen oder auch längere Pausen, Pausen vom Alltag in Form von wohltuenden Unternehmungen oder auch schönen verbindenden Gesprächen.

Eine Pause sollte kein lästiges To-do sein oder von uns zweckentfremdet werden, Unerledigtes schnell abzuarbeiten.
Ganz im Gegenteil, eine Pause ist ein Raum, den wir bewusst ganz persönlich für uns selbst erleben können und sie sollte den anderen wichtigen Terminen des Tages völlig gleichwertig gegenübergestellt sein.

Ich wünsche Dir einen schönen Sommer und erfüllende Pausen!

 

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